Lieber Adoptieren als Konsumieren
19.05.2011
Das Frankfurter Projekt "botanoadopt" mit Sitz im Mitscherlichhaus
eröffnet ein temporäres Adoptionsbüro für zwei Tage an der Schirn
Frankfurt. Vom 20. - 21. Mai 2011 ist das Adoptionsbüro für Pflanzen im
Rahmen von xqm jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet und vermittelt
Pflanzen an Adoptiveltern.
Anfang 2009 in NRW gegründet, hat das Langzeit-Projekt botanoadopt bisher über 350 Pflanzen an Menschen aus 7 europäischen Ländern vermittelt.
Die ungeliebten Gewächse, die alle einen Namen
und eine Biografie haben, werden sonst hauptsächlich über das Internet (www.botanoadopt.org) vermittelt. Ein Vertrag regelt alle Modalitäten für die Adoption. So schicken Adoptiveltern 2x pro Jahr ein Foto an botanoadopt, das dann auf der projekteigenen website veröffentlicht wird.
Zur Adoption stehen Pflanzen, die zuvor alle in der "Pflanzenklappe",
einer temporären Auffangstation für ungeliebte Pflanzen, anonym
abgegeben wurden und nun ein neues zu Hause suchen. Diese stand 2010 nach der Station im Botanischen Garten Münster zuletzt im Frankfurter Mitscherlichhaus.
"botanoadopt macht die eigene Sicht und Definition von Natur
befragbar und zeigt Handlungsmöglichkeiten "im eigenen Lebensumfeld" auf, denn jede Adoption spart zudem wertvolle Ressourcen, die zur Aufzucht und Vermarktung einer neuen Pflanze nötig wären. " so Torsten Grosch und Haike Rausch von botanoadopt. Jetzt suchen beide Adoptiveltern für Ihre Schützlinge.
Eine Adoption ist grundsätzlich kostenfrei, Spenden sind jedoch willkommen.
Achtung: Es können keine Pflanzen abgegeben werden!
Nächstes Adoptionsbüro an der Schirn: Samstag, 6.August 13 Uhr - 18 Uhr
www.botanoadopt.org
Josephine Baker hat es getan, Madonna tut es gefühlt andauernd: Adoptieren.
Ich hatte es nicht geplant, war aber so gerührt von dem Gedanken, dass sie in ihrem weißen Plastiktopf, gerade aus der anonymen Pflanzenklappe kommend, vielleicht nicht so bald ein liebendes Heim findet, so hab ich mich um sie beworben.
Die Sukkulente Pirma Sens lebt ab Samstag bei mir.
Was mich erwartet weiß ich noch nicht. Eventuell ist sie traumatisiert, ausgetrocknet und hat beschlossen nicht mehr zu wachsen, wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel. Vielleicht ist sie auch verwöhnt und wurde mit Evian gegossen, immerhin soll sie aus dem Frankfurter Westen stammen.
Viel weiß ich nicht über sie, nicht mal ihr Alter. Was hat ihre Eltern bewogen sie loszuwerden? Ist sie in der Pubertät und wollte nicht aus dem hässlichen weißen Plastiktopf aber minderjährig in fremde Städte?
Wenigstens ernährungstechnisch, weiß ich, dass ich mit Flüssignahrung auf der sicheren Seite bin.
Mal sehen wie wir miteinander auskommen.
Dipl.-Psych. H. Kaiser-Kehl