Paraphilie
Paraphilie (von gr. para, daneben und philia, Freundschaft, Liebe) bezeichnet so genannte abweichende sexuelle Präferenzen.
Im Volksmund wird leider immer noch oft von Perversion (lat.: Verdrehung) gesprochen, die Bezeichnung Paraphilie ist wertneutraler.
Die Bandbreite der Paraphilien reicht von Fetischismus bis hin zu strafbaren sexuellen Neigungen wie Pädophilie oder Nekrophilie.
Unter die Paraphilien fallen nach Kriterium A des DSM-IV
"über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten wiederkehrende intensive sexuell erregende Phantasien, sexuell dranghafte Bedürfnisse oder Verhaltensweisen", die sich beziehen können
1. auf nichtmenschliche Objekte (Fetischismus, Sodomie),
2. auf Leiden oder Demütigung, Schmerz oder Erniedrigung seines Partners oder seiner selbst (Masochismus, Sadismus),
3. auf Kinder (Pädophilie) oder nicht einwilligende oder nicht einwilligungsfähige Personen.
Kriterium B: Die Person hat auf diese sexuell dranghaften Phantasien oder Bedürfnisse mit einer nicht einwilligungsfähigen oder -willigen Person gehandelt, oder die Phantasien, sexuell dranghaften Bedürfnisse oder Verhaltensweisen verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
Kriterium C: Die Kriterien A und B werden nicht ausschließlich während Phasen akuter Intoxikation, manischer Episoden oder Schizophrenie erfüllt und resultieren nicht aus geistiger Behinderung, Demenz, Persönlichkeitsveränderung oder einem medizinischen Krankheitsfaktor.“
DSM-IV: "Paraphilien"
302.2 Pädophilie
302.3fetischistischer Transvestitismus
302.4Exhibitionismus
302.81 Fetischismus
302.82 Voyeurismus
302.83 Sadomasochismus
302.84 sexueller Sadismus
302.89 Frotteurismus
302.9s nicht näher bezeichnete Paraphilie
ICD-10: "Störungen der Sexualpräferenz"
F65.0 Fetischismus
F65.1 fetischistischer Transvestitismus
F65.2 Exhibitionismus
F65.3 Voyeurismus
F65.4 Pädophilie
F65.5 Sadomasochismus
F65.6 multiple Störungen der Sexualpräferenz
F65.8 sonstig Störungen der Sexualpräferenz
F65.9 nicht näher bezeichnete Störungen der Sexualpräferenz





















