Beziehungsprobleme

"Du verstehst mich nicht!"
- Unterschiede und Fremdheit zwischen Mann und Frau -


Wer kennt ihn nicht, diesen Vorwurf "Du verstehst mich nicht!" aus seiner Liebesbeziehung oder Ehe.

Liegen dabei immer individuelle Missverständnisse vor oder lässt sich dieses "Nichtverstehen" zumindest teilweise aus der Tatsache erklären, das Frauen und Männer ( um diese Konstellation soll es hier gehen) Beziehung unterschiedlich erleben?

Wenn wir davon ausgehen, das diese Annahme zutrifft, wie lässt sich diese Situation erklären?

Mit dieser Frage bewegen wir uns in dem sehr komplexen Themenbereich "Unterschiede und Fremdheit zwischen Mann und Frau".

Im Rahmen dieses Artikels wollen und können wir nur einige Aspekte dieses Themas beleuchten.

Wir möchten die Leserschaft einladen unsere Ausführungen mit eigenen Beziehungserfahrungen in Verbindung zu setzen und zu schauen, ob diese für sie Erklärungswert besitzen.

1. Versuch:
Wir gehen davon aus, das die beobachtbaren Verhaltensunterschiede zwischen Frauen und Männern nicht nur auf ihre körperliche Verschiedenheit, sondern vor allem auf Unterschiede im psychischen Erleben zurückzuführen sind. Die Suche nach möglichen Ursachen  führt uns zurück in die Kindheit, als Ausgangspunkt prägender Beziehungserfahrungen.

2. Versuch:
Ausgehend von der Annahme, das Unterschiede und Fremdheit zwischen Mann und Frau nicht nur auf die körperliche Verschiedenheit zurückzuführen, sondern auch im psychischen Erleben begründet ist, versuchen wir ihre Ursachen - ihre "Geschichte" in der Kindheit, in der psychischen Entwicklung des Mädchens und des Jungen aufzuzeigen.

In der Organisation unserer Gesellschaft / In der sozialen Organisation der Familie bestehen bei uns von Anfang an für den weiblichen und männlichen Säugling Unterschiede, da die Kinderversorgung fast ausschließlich von Frauen wahrgenommen wird. Dies hat zur Folge das die erste Bezugsperson, das erste Liebesobjekt sowohl für das Mädchen als auch für den Jungen eine Frau ist und die Väter für beide "nur" als sekundäre Bezugspersonen zur Verfügung stehen.

Mit den Folgen dieser "Asymmetrie" der Geschlechter bei der Kinderversorgung haben sich in den letzten Jahren u. a. N. CHODOROW  mit ihrem Buch "Das Erbe der Mütter. Psychoanalyse und Soziologie der Geschlechter" (1978), CH. OLIVIER mit "Jokastes Kinder. Die Psyche der Frau im Schatten der Mutter" (1980) und L. B. RUBBIN mit "Intimate Strangers. Men und Women Together" (1983) auseinandergesetzt.

Die Autorinnen setzen unterschiedliche Akzente, beschreiben verschiedene Beziehungstypen und Situationen, was aus unserer Sicht bereichern wirkt und sicher auch nur einen Bruchteil der Vielfalt an möglichen Entwicklungsverläufen der Menschen beleuchtet.

CHODOROW(1978) befasst sich vor allem mit den Aspekten der Entwicklung, die eine unterschiedliche Einstellung zur Elternschaft zur Folge haben.
So beschäftigt sie sich mit der Entwicklung der Beziehungsfähigkeiten und der innerpsychischen Struktur in der affektiven Entwicklung.

Sie geht davon aus, das sich die Mutterbeziehung für Mädchen und Jungen von Anfang an systematisch unterscheidet, da die Mütter auf Töchter und Söhne unterschiedlich reagieren.

So betrachten Mütter ihre Töchter auf Grund des gleichen Geschlechts als weniger verschieden als ihre Söhne und die Tochter wird eher als Erweiterung oder Verdoppelung der Mutter erlebt.

So erlebt das Mädchen eine sehr intensive ambivalente Beziehung, in der auf Grund der großen Verschmolzenheit Unsicherheit über Grenzen besteht. CHODOROW sieht in dieser Beziehungserfahrung zum einen die Grundlage für das Einfühlungsvermögen der Mädchen/Frauen und zum anderen die Ursache für die Schwierigkeiten, sich als verschieden vom Gegenüber zu erleben.
Der Vater kann auf diesem Hintergrund für das Mädchen zum Symbol der Befreiung aus dieser Abhängigkeit und Verschmolzenheit werden. Da der Vater aber nicht besonders stark in die Familie eingebunden ist, hat die Vater-Tochter-Beziehung kaum jene überwältigenden Auswirkungen auf das Mädchen wie die frühe Beziehung zur Mutter.

In der Adoleszenz steht das Ringen des Mädchens um die Unabhängigkeit von der Mutter im Vordergrund.

Da die Mutter den Jungen wegen des Geschlechtsunterschiedes als männliches Gegenstück erlebt, ihn von Anfang an eher differenziert erlebt und diese Differenzen betont, kann er sich auch leichter von ihr verschieden erleben.
Die Liebe des kleinen Jungen zur Mutter ist für ihn überwältigend und birgt für seine (männliche) Unabhängigkeit Gefahr.
CHODOROWs Meinung nach erschreckt den Vater die Liebe zwischen Mutter und Sohn und führt zur Ablehnung des Sohnes. Diese Situation bewirkt die Verdrängung der ödipalen Liebe durch den Sohn, d.h. das der Junge die intensive Zuneigung zur Mutter aufgibt, sich dem Vater annähert und die Beziehung zwischen Vater und Mutter akzeptiert. Als "Vermächtnis" dieses schmerzhaften Prozesses werden Beziehungsfragen von ihm zukünftig stärker verdrängt.

RUBIN (1983) geht davon aus, das der normale Prozess der Geschlechtsdifferenzierung mit der Geburt beginnt und sich kontinuierlich durch die ersten Jahre des kindlichen Lebens hindurchzieht.

Ihrer Einschätzung nach fällt es dem Mädchen leichter als dem Jungen, seine Geschlechtsidentität zu entwickeln.

Sie begründet dies mit der Tatsache, das zwischen dem Mädchen und seiner Mutter keine offensichtlichen Unterschiede bestehen und sich für es im Normalfall keine Notwendigkeit ergibt, mit seiner Vergangenheit (der Beziehung mit der Mutter) zu brechen. So kann das Mädchen das innere Bild der geliebten Mutter beibehalten und braucht keine "Schutzmassnahmen" gegen Gefühle und Bindungen aufzubauen. Darin sieht RUBIN die Wurzel der Einfühlungsfähigkeit der Frauen.

Diese Situation hat aber auch eine Kehrseite: Das Fehlen offensichtlicher Differenzen zwischen dem Mädchen und seiner Mutter schafft Probleme bei seinen Selbständigkeitsbemühungen. Es ist für das Mädchen schwierig, zwischen sich und seiner Mutter zu unterscheiden, Autonomie zu erreichen.

Es erlebt sich selbst eher mit anderen verbunden und die Erhaltung enger persönlicher Beziehungen wird sich als ein wichtiges Thema durch das gesamte Leben ziehen.

Auf dieser "Grundlage" kann das Mädchen auch den Vater als einen geliebten anderen in seine Innenwelt aufnehmen. Dieser Prozess findet lange nachdem das Bewusstsein über das eigene Geschlecht gefestigt ist statt und führt von daher zu keinen großen Beunruhigungen.

Für den Jungen ist auch die Mutter die erste Bezugsperson, die erste geliebte Andere, die erste Identifikationsfigur. Nun muss er, um sich mit seiner Männlichkeit zu identifizieren dieser Verbindung entsagen und statt dessen eine tiefere Bindung und Identifikation mit dem Vater suchen. Aber dieser Vater, mit dem er sich erwartungsgemäß zu identifizieren hat, hat bis zu dieser Zeit nur einen sekundären Charakter in seinem innerlichen Leben eingenommen (vgl. S.55f). Ihrer Meinung nach ist dies ein schmerzhafter Prozess, der seinen Tribut von einem Jungen fordert, der zu einem Mann heranwachsen muss.
Um sich gegen den Schmerz, verursacht durch diese radikalen Verschiebungen in seiner inneren Welt, zu schützen, baut er ein "Set" von Schutzmassnahmen auf, das ihm in vielen wichtigen Beziehungen für den Rest seines Lebens dienen wird, zum Guten oder zum Schlechten.
Vom inneren Erleben her wird sich der Junge von der Mutter verlassen fühlen. Er fühlt sich von ihr in die "schattenhafte" und fremde Welt der Männer geworfen. Über diesen ängstigenden Verlust rettet er sich dann mit Aggression, Verachtung und Abwertung gegenüber der Mutter (vgl. S.57).

OLIVIER (1980) stellt das "Begehren" des erwachsenen Erziehers und dessen Auswirkungen auf die Entwicklung beider Geschlechter in den Mittelpunkt ihres Interesses. Begehren in dem Sinne, dass sich das Kind als Mädchen oder Junge in seiner Körperlichkeit bestätigt und bewundert fühlt.
Sie sieht es als "Drama des Mädchens" an, das dieses auf seinem Weg das ihm entsprechende Objekt - Vater/Mann - durch dessen Abwesenheit im Erziehungsprozess in den ersten Jahren nicht findet. Das Mädchen beginnt so sein Leben mit einer Körper-Geist-Spaltung, indem es von seiner Mutter als Kind geliebt aber von ihr nicht körperlich begehrt wird. So fehlt dem kleinen Mädchen "'die Farbe' des Begehrens"(S.80). Es macht die Erfahrung, das es nur bedingt, einfach auf Grund seines Geschlechts anerkannt wird, sondern immer Beweise seiner Weiblichkeit erbringen, sich zur Schau stellen muss. Erschwerend kommt hinzu, das sein Körper wie "'niemandes Körper' ist" (S.82),durch die Schwierigkeit, ihn als gleichwertig mit dem der Mutter wahrzunehmen. Nach OLIVIER kann die Mutter aus diesem Grund kein Identifikationsobjekt für die Tochter sein, vielmehr empfindet diese Neid und Eifersucht gegenüber dem mütterlichen Körper. Die Mutter wird als erdrückende Rivalin im Kampf um die Aufmerksamkeit des Vaters erlebt (vgl. S.83).

Das Mädchen sucht den Vater, da bei ihm die Sinnlosigkeit endet, "... durch ihn kann es lernen, seinen kleinen Mädchenkörper zu akzeptieren" (S.121),aber der Vater ist abwesend. Es rettet  sich, indem es ihn in seiner Vorstellung idealisiert.

Es wird nicht in der Gegenwart anerkannt, sondern immer wieder auf die Zukunft vertröstet (Schönheit, Mutterschaft, Ehe ...) (vgl. S.123).

In der Pubertät tritt der Körper des Mädchens plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses. Dadurch ergibt sich für es die Schwierigkeit, für sich möglichst einen natürlichen Übergang von der Gleichgültigkeit  zu dem 'Zuviel' an Beachtung, zu finden (vgl. S.129). Der Status der "begehrten Frau" wird für die Frauen immer widersprüchlich bleiben, da er zu spät angenommen wird (vgl. S.87).

In der Adoleszenz bricht dann die Opposition gegen die Mutter sichtbar aus. Das Mädchen will Frau sein, aber auf keinen Fall wie die Mutter. Sie kann sich jetzt besser ausgestattet fühlen (vgl. S.130).

Für den Jungen ist die erste Zeit der Beziehung mit der Mutter ziemlich befriedigend. Er wird von ihr begehrt und geliebt. Er ist ihr Glück und erfährt auf diese Weise eine zärtliche, nahe Liebe. Die Probleme setzen beim Selbständig werden, bei den Loslösungsversuchen des Jungen sein.

Wie können sich nun die beschriebenen geschlechtsspezifischen Erfahrungen und Entwicklungverläufe später in der Beziehung zwischen Mann und Frau auswirken?

Möglichen Auswirkungen sollen beispielhaft an dem Bereich Intimität aufgezeigt werden.

Wenn wir davon ausgehen, das Intimität bedeutet "die Maske fallen zu lassen, die wir in allen anderen Bereichen unseres Lebens tragen, dann ist es nachvollziehbar, das dieser Zustand zwiespältig erlebt wird, nämlich Glück bedeuten und Furcht hervorrufen kann. Glück bei der Vorstellung, so akzeptiert zu werden wie man ist und Furcht bei der Frage, ob es möglich ist von einem anderen so geliebt zu werden.
RUBIN definiert die Intimität zwischen Erwachsenen als den Wunsch, das Innenleben des Anderen kennen zulernen, zusammen mit der Fähigkeit das eigenen zu teilen (vgl. S.79).
Die unterschiedliche Umgangsweise mit dieser Art des Austausches wird an den häufig geäußerten Klagen von Frauen deutlich, sich mit ihren Männern nicht austauschen zu können. Besonders schwierig ist es für sie zu erfahren, was in den Männern vorgeht. Männer reagieren auf die Aufforderung, über sich und ihre Konflikte zu reden, aus Unfähigkeit mit Schweigen oder versuchen die Frauen mit Spott auf Distanz zu halten (vgl.S.65f). RUBIN erklärt die Schwierigkeiten der Männer damit, das diesen auf Grund ihrer Kindheitserfahrung ('Schicksal ihrer Mutterbeziehung'), ihre Gefühle nicht oder nur beschränkt zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus sieht sie diese Differenzen im Erleben zwischen Frau und Mann auch durch eine komplexe Interaktion zwischen Gesellschaft und Individuum verursacht, in der es zu einer stabilen Zuordnung bzw. Trennung von Gefühl und Denken mit begleitender Bewertung gekommen ist.
So wird den Männern das Denken und den Frauen das Gefühl zugeschrieben, wobei ersteres immer als gut und letzteres bestenfalls als ein Problem definiert wird (vgl. S. 72). Gefühle gelten als unlogisch und werden abgewertet.

Ein anderer Unterschied zwischen den Geschlechtern im Empfinden von Intimität liegt darin, welche Bedeutung sie der Sprache dabei zumessen.
Für Frauen ist Intimität mit Worten, mit Austausch verbunden, sie wollen den anderen erfassen. Für Männer gilt dies nicht in gleicher Weise. Sie brauchen keinen verbalen Austausch mit ihrem Gegenüber, um sich wohl zufühlen, gemeinsame Aktivitäten ohne Gespräch sind genau so gut oder werden sogar als angenehmer erlebt.
RUBIN sieht darüber hinaus bei den meisten Männern eine generelle Schwierigkeit und ein Erschrecken bei der Verbindung von Worten und Gefühlen. Sie erklärt dies damit, dass die Unterdrückung der Gefühle der Männer so früh in ihrem Leben stattgefunden hat und sie damals eine innere Spaltung zwischen Worten und Gefühlen vorgenommen haben. Es ist für den Mann also gefährlich, sich auf einen nahen sprachlichen Austausch mit einer Frau einzulassen ( obwohl sie meistens die einzige ist, der gegenüber er sich überhaupt emotional öffnen kann), da seinem Gefühl nach damit die Gefahr verbunden ist, wieder in die Gewalt einer "mächtigen Frau" (frühe Vorstellung von der Mutter) zu geraten (vgl. S.82f). - So zieht er sich zurück.

RUBINs Einschätzung nach besteht seit Kindheit an das Hauptproblem der Frauen darin, sich innerhalb einer intimen Beziehung als eine eigenständige Person zu erleben und nicht im anderen aufzugehen (vgl. S.92f). Sie führt diese Schwierigkeiten auf die Beziehungserfahrungen der Frauen mit ihren Müttern zurück. Sie sieht dabei die Ursache in der kontinuierlichen Identifikation des Mädchens mit der Mutter, die zur Folge hat, das diese Bindung nie ganz gelöst wird, hier also eine Verbindung entsteht, die in dieser Art zwischen Mutter und Sohn nicht existiert (vgl. S.92). Diese Fusion von Identitäten und der Kampf, den das Mädchen führen musste, um dieses Band zu durchbrechen, prägt auch seine zukünftigen emotionalen Beziehungen im Erwachsenenalter (vgl. S.92).

CHODOROW (1978) sieht hier auch bedeutsame Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sie meint, das das grundlegende weibliche Selbstgefühl Weltverbundenheit ist, während sich das grundlegende männliche Selbstgefühl mit Separatheit beschreiben lässt (vgl. S.220).

Im Vergleich zu Männern beschäftigen sich Frauen in ihren Gedanken viel mehr mit Beziehungsproblemen und lassen sich leichter auf emotionale Beziehungen ein. Ihre Intensität und die Bestimmtheit mit der sie dabei um Zuneigung und emotionale Bindung ringen, erschreckt sie oft genauso wie ihre männlichen Gegenüber.
Dieses Bedürfnis nach Intimität und Zuneigung ist nicht frei von zwiespältigen Gefühlen. Es können Ängste vor Intimität aus Angst vor Selbstaufgabe auftreten. Frauen erleben also auch im Umgang mit Intimität innere Konflikte, die zu Gefühlen der Angst, Zwiespältigkeit, wenn nicht sogar Furcht führen. In der Beziehung zu Männern müssen sie sich aber wegen deren offenkundigen Schwierigkeiten mit Vertrautheit und Zuneigung damit selten konfrontieren (vgl. RUBIN, S.96f).

Aus OLIVIERs (1980) Sicht lassen sich die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Intimität auch damit erklären, das Frauen auf Grund des fehlenden Begehrens von seiten der Mütter und der mangelnden Präsenz der Väter, die ihnen damit auch das geschlechtliche Begehren schuldig blieben, eine fast unstillbare Sehnsucht nach Bestätigung durch den Mann entwickeln.

Männer tragen auf Grund ihrer frühen Erfahrungen die Angst vor dem weiblichen Begehren in sich und möchten die Frau aus Sicherheitsgründen lieber auf Distanz halten. So fühlen sie sich häufig von den geäußerten Wünschen nach Bestätigung und Liebesbeweisen überfordert, geängstigt und ziehen sich zurück.

Ausblick:
Allein dieser kleine Ausschnitt hat gezeigt, welche gravierenden Folgen es in der Beziehungsgestaltung zwischen Frau und Mann nach sich zieht, das die Kindererziehung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zur alleinigen Aufgabe der Frauen erklärt wird.
So wäre es wünschenswert, das Frauen in der frühkindlichen Erziehung Verantwortung abgeben können und Männer bereit sind, diese zu übernehmen.
Wir können OLIVIER (1980) folgen, wenn sie sich davon einen wesentlichen Entlastungseffekt für Mutter und Kinder erhofft. So kann der Sohn vor dem übermäßigen Begehren der Mutter geschützt werden, kann sich die Tochter durch den Vater auch körperlich anerkannt fühlen und erfährt die Mutter im Mann ein Gegenüber.
RUBIN (1983) verspricht sich davon weniger rigide und stereotype Definitionen der Geschlechterrollen.. künstliche Unterscheidungen, die jetzt noch zwischen männlichen und weiblichen Rollen Geltung haben, könnten durch veränderte Erfahrungen in der frühen Kindheit "davonschwimmen".

Nach CHODOROW (1978) wäre es ein ungeheurer sozialer Fortschritt, wenn Männer und Frauen in gleicher Weise Verantwortung übernehmen würden.

Veränderungen stünden also an, ihre Umsetzung und ihre Folgen sind aber ungewiss.

Autorin: Dipl.-Psych. Christine Zwanzger-Mosebach
Heilpraktiker (Psychotherapie)

 

 

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Letzte Änderung: 22.04.2012