Coaching

Was ist Coaching?

Das Wort „Coaching“ kommt ursprünglich aus dem Leistungssport. Der Coach* betreut die ihm anvertrauten Sportlerinnen und Sportler sehr intensiv - sowohl auf der körperlichen, als auch auf der mentalen Ebene. Im Berufsleben geht es immer mehr darum, Spitzenleistungen zu erbringen. So lag es nahe, den Coaching-Ansatz aus dem Sport auf die Arbeitswelt zu übertragen.

In der Berufswelt ist Coaching ein professioneller Beratungs- und Begleitungsprozess, durch den die berufliche Entwicklung und Leistungsfähigkeit des Coaching-Kunden, auch genannt „Coachee“, gefördert wird.

Beim Coaching unterstützt der Coach Sie dabei, Ihre individuellen Ressourcen zu entdecken und zu nutzen, um im Laufe des Prozesses Ihre eigenen Lösungen für Ihre Problemstellungen zu entwickeln. Durch eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bearbeitung Ihrer Anliegen und persönlicher Beratung fördert der Coach Sie dabei, Ihre berufliche Situation effektiver und mit größerer persönlicher Zufriedenheit zu gestalten.

Eine wichtige Basis für Coaching ist der Aufbau einer tragfähigen, vertrauensvollen und durch gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung gekennzeichnete Beratungsbeziehung. Diskretion ist dabei selbstverständlich.

Ziele des Coachings sind u.a. die Förderung von Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung, von Bewusstsein sowie Selbstverantwortung. Damit ist Coaching letztendlich Hilfe zur Selbsthilfe.

Welche Anlässe gibt es für Coaching?

Konkrete Gründe, warum sich Coachees für ein Coaching entscheiden, sind beispielsweise:

  • Überprüfung der Lebens- und Karriereplanung, berufliche Orientierungsschwierigkeiten
  • Unterstützung bei akuten Konflikten, z.B. bei Beziehungskonflikten mit Kolleginnen, Kollegen, Führungskräften
  • Vorbereitung auf neue Aufgaben und Situationen
  • Hilfe beim Einstieg, bzw. Wieder-Einstieg ins Berufsleben
  • Verbesserung der sozialen Kompetenzen, der Management- und Führungs-Kompetenzen
  • Abbau von Dauerstress, Vorbeugung von Burn-Out
  • Umgang mit Wertekonflikten
  • Unterstützung bei einer Entscheidungsfindung
  • Entwicklung einer angemessenen Work-Life-Balance
  • Umgang mit Mobbing / Bossing
  • Abbau von Ängsten (vor Misserfolg, vor Sanktionen)
  • Verbesserung der Selbstbehauptung, sicheres Auftreten
  • Abbau von Sprech- und Redeangst bei Präsentationen, Ansprachen, Reden
  • Reflexion und Ausgestaltung der beruflichen Rolle, z. B. der Führungsrolle
  • Abbau von Leistungs-, Kreativitäts- und Motivationsblockaden, z.B. "Innere Kündigung"
  • Unterstützung bei Bewerbungen, Bewerbungstraining
  • Mangelndes Feedback über die eigene Leistung und / oder das eigene Verhalten
  • Allgemeine Erweiterung des Verhaltensrepertoires, insbesondere die Veränderung von routinebedingtem Standardverhalten
  • Umgang mit persönlichen (Sinn-)Krisen im Beruf
  • Reflexion der beruflichen Situation, Gefühl der Stagnation / Karrierestillstand
  • Unterstützung bei der täglichen Arbeitsorganisation
  • Nach Restrukturierungsmaßnahmen im Unternehmen: veränderter Umgang in einer flexiblen und schlanken Organisation
  • Bearbeiten von Diskrepanzen zwischen formulierter Unternehmenskultur und beobachtbarem Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitern
  • Umgang mit dem (bevorstehenden) Verlust des Arbeitsplatzes

Wie verläuft ein Coachingprozess?

Der Coachingprozess gliedert sich in verschiedene Phasen, wobei diese Darstellung ein idealtypischer Ablauf ist, dessen einzelne Stationen in der Praxis ineinander übergehen können.

Erstes Kennenlernen und Klärung der Ausgangssituation

Nach der ersten Kontaktaufnahme beleuchtet der Coach mit Ihnen Ihre derzeitige berufliche und persönliche Situation. Wenn Sie und Ihr Coach dabei zu dem Ergebnis kommen, dass Coaching das passende Verfahren für Sie und Ihr Anliegen ist und darüber hinaus die „Chemie“ zwischen Ihnen stimmt, klärt der Coach mit Ihnen den Coachingauftrag.

In dieser Phase macht der Coach sich ein möglichst umfassendes Bild von der aktuellen Situation und Ihres bisherigen Umgangs damit. Anschließend unterstützt er Sie bei einem Entwurf des Ziel-Zustandes.

Zielbestimmung

Im weiteren Verlauf des Coachings geht es darum, Ihre Themen ggf. zu sortieren und zu priorisieren. Daran anknüpfend hilft der Coach Ihnen beim Konkretisieren Ihrer Ziele. Im nächsten Schritt geht es um die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten.

Strategieentwicklung

In dieser Phase erkundet der Coach unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Methoden und Interventionstechniken Ihre Ressourcen, die Ihnen für die Problemlösung zur Verfügung stehen. Er beleuchtet Ihr Selbstbild, Ihre Verhaltensmuster und Ihre bisherigen Problembewältigungsstrategien. Unter Einbindung der dabei neu gewonnenen Erkenntnisse und Sichtweisen, erarbeiten Sie gemeinsam eine Strategie, mit der Sie Ihre Lösungsmöglichkeiten erfolgreich in die Praxis umsetzen können.

Evaluation und Abschluss

Bei der Auswertung des Coachingprozesses überprüfen Sie und ihr Coach, wieweit Ihre Ziele und Vorhaben erreicht wurden und wie der weitere Transfer der Ergebnisse in Ihren Arbeitsalltag sichergestellt werden kann. An dieser Stelle findet das Coaching seinen Abschluss.

Wie lange dauert ein Coachingprozess?

Grundsätzlich gilt: Coaching findet in mehreren Sitzungen statt und ist zeitlich begrenzt. Je nach Anliegen und Auftrag variiert die Dauer eines Coachings im Durchschnitt zwischen drei und zehn Sitzungen. Eine Sitzung dauert in der Regel ein bis zwei Stunden.

In Einzelfällen kann Coaching auch über einen längeren Zeitraum stattfinden. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen betragen – je nach Ihrem aktuellen Bedarf – zwischen zwei und vier, manchmal auch sechs Wochen.

Dipl.-Psych. Elke Lechthaler

*In der deutschen Sprache existiert bislang kein weiblicher Begriff für „Coach“. Ich verwende deshalb die Schreibweise „der Coach“ sowohl für weibliche als auch für männliche Coachs.

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Letzte Änderung: 26.11.2012