Depression in Zeiten von Corona


Lebensbetrachtung

Wie mit den Lebenszeiten,

so ist es auch mit den Tagen

keiner ist uns gut genug

Die Unzufriedenheit, das Unglücklichsein ohne ersichtlichen Grund, wie Friedrich Hölderlin es hier in seinem Gedicht beschreibt, ist vermutlich allen Menschen schon einmal begegnet.

Bei einer Depression jedoch übernehmen die Traurigkeit und Kraftlosigkeit das Ruder, bis sie das Leben unter sich begraben und der Alltag schier unerträglich wird (Görlitz, 2014). Dabei ist es eine enge Gratwanderung zwischen einer vorrübergehenden negativen Stimmung und einer Major Depression.

Aus einem Gefühl der Einsamkeit und Isolation heraus entsteht die Gefahr, langsam und zunächst unbemerkt in ein tiefes Loch zu rutschen, aus dem eine Befreiung aus eigener Kraft nur schwer gelingt. Grade in Zeiten der Coronakrise stellen die Isolation und Einsamkeit aufgrund der notwendigen, doch gravierenden Einschränkungen des sozialen Lebens eine enorme Belastung für viele Menschen dar. Eine fehlende Tagesstruktur, sowie Sorgen und Ängste können verständlicherweise zu depressiven Verstimmungen führen.

Um Ihnen einige konkrete Ratschläge mit an die Hand zu geben, wie sie es schaffen die Coronakrise positiv zu meistern, soll zunächst betrachtet werden, durch welche Symptome eine Depression gekennzeichnet ist. Menschen, die an einer Depression leiden, beschreiben häufig ein allumfassendes Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit. Die Gedanken stürzen sich auf jeden winzigen Misserfolg und umkreisen ihn so lange, bis kein Platz mehr für andere, positivere Überlegungen bleibt. Ein niederdrückendes Gefühl von Wertlosigkeit nimmt alle Freude. Das Interesse an Hobbies und Tätigkeiten, die Spaß bereitet haben, ist beinahe vollständig verloren gegangen. Zudem können Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auftreten.

Die ersten wichtigen Punkte, die angegangen werden sollten, sind die Antriebslosigkeit, die Müdigkeit und der Interessensverlust. Bleiben sie aufgrund der fehlenden Tagesstruktur länger im Bett oder „leben in den Tag hinein“, führt dies häufig dazu, dass die Müdigkeit und Lustlosigkeit eher zunehmen, statt abzuschwächen. Stellen Sie sich also den Wecker zu einer Uhrzeit, die ihrem gewohnten Tagesrhythmus entspricht. Überlegen sie sich einen Tagesplan und schreiben sie sowohl positiv als auch anstrengendere Aktivitäten hinein. Lassen sie am Ende des Tages Revue passieren, was ihnen Freude bereitet hat und wo sie Erfolge erleben konnten. Ganz wichtig: vernachlässigen Sie nicht ihr körperliches Wohlbefinden, gehen Sie falls möglich an der frischen Luft spazieren, joggen Sie oder machen Sie Sportübungen in ihrem Wohnzimmer!

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind unkontrollierbare, negative Gedanken. Der Versuch, die negativen Gedanken zu unterdrücken oder wegzuschieben, ist zum Scheitern verurteilt. Wenn man Sie auffordert, nicht an einen rosa Elefanten zu denken, werden Sie genau das tun. Nehmen Sie stattdessen die negativen Gedanken wahr und akzeptieren Sie diese. Lassen Sie sie vorbeiziehen, ohne sie zu werten. Hier kann es hilfreich sein, Meditationsübungen durchzuführen, welche beispielsweise durch verschiedene Handy-Apps angeleitet werden können.

Zuletzt soll auf das Gefühl von Einsamkeit und Isolation eingegangen werden. Obwohl körperliche Nähe zurzeit nur sehr eingeschränkt möglich ist, kann geistige Nähe noch immer geteilt werden. Vernachlässigen Sie also nicht ihre Freundschaften und familiäre Kontakte. Telefonieren oder skypen Sie regelmäßig.

Depression in der Corona Krise 

Mit diesen Ratschlägen ausgestattet wird es Ihnen hoffentlich gelingen, die schwere Zeit erfolgreich zu meistern. Solltest Sie jedoch das Gefühl haben, die Belastungen nicht allein bewältigen zu können, wenden Sie sich gerne an unsere kompetenten Psycholog*innen.

Quellen:

Görlitz, G. (2014) Selbsthilfe bei Depressionen. Klett-Cotta 

Autorin:

B.Sc. Psychologie Meret Baumgardt 

Haben Sie Fragen oder möchten eine Beratung zum Thema "Depression in Zeiten von Corona"? Qualifizierte Diplom-Psychologen helfen Ihnen gerne weiter!
Letzte Änderung: 26.03.2020