Flow - Mit Hobbys im Flow

 

 

Das haben wir sicher alle schon erlebt: wenn wir unserem Lieblingshobby nachgehen, uns künstlerisch, musisch oder sportlich betätigen, können wir in einen so positiv emotionalen Zustand geraten, dass wir die Welt um uns herum vergessen. Ganz konzentriert gehen wir vollkommen in der Tätigkeit auf. Das kann so weit gehen, dass wir das Gefühl für Raum und Zeit verlieren und die Wahrnehmung sich nicht mehr um das eigene Ich dreht, sondern nur noch um die Aktivität.

Flow Hobbys

Diese besondere Form des Erlebens hat Mihály Csíkszentmihályi (sprich: Tschikßentmihai) zum ersten Mal aus psychologischer Sicht in seiner Flow-Theorie beschrieben (z.B. Csíkszentmihályi, 1995).

Flow, das aus dem Englischen mit „fließen“ oder „strömen“ übersetzt werden kann, entsteht Csíkszentmihályis Theorie zufolge, in einem Zustand zwischen Langeweile- und Überforderung, in einer Situation also, in der unsere Kompetenzen ganz mit den gegebenen Anforderungen übereinstimmen - dann fließt und strömt alles wie von selbst, ohne Anstrengung und wir können Höchstleistungen vollbringen. Gerade Aktivitäten wie unsere Hobbys, die wir mit Freude und freiwillig machen, eignen sich wunderbar diesen Gefühlszustand hervor zu rufen.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich vor allem die Positive Psychologie mit dem Flow-Erleben beschäftigt. Diese Fachrichtung erforscht wie psychische Gesundheit erhalten und verbessert werden kann (z. B. Seligmann, 2002).

Unsere Freizeitbeschäftigungen und der Flow-Zustand können dazu einen tollen Beitrag leisten, sie stärken unser allgemeines Wohlbefinden und bieten uns die Möglichkeit Stress zu bewältigen, zudem vermitteln sie uns ein Gefühl der Kontrolle. Denn bei unseren Hobbys gehen wir meist einer Aktivität nach, deren Verlauf wir als Konsequenz unseres eigenen Handelns wahrnehmen. Dieser Zusammenhang wird in der Psychologie als internale Kontrollüberzeugung (Rotter, 1966) bezeichnet und begünstigt auch das Flow-Erleben. Gleichzeitig haben viele Menschen in unserer komplexen und schnelllebigen Zeit den Eindruck, immer weniger Einfluss auf die Geschehnisse in der Welt nehmen zu können, oder auch in ihrem persönlichen Leben. Ein Hobby bei dem wir die Kontrolle über die Tätigkeit und das Ergebnis haben, kann einen Ausgleich zu diesem Kontrollverlust in anderen Lebensbereichen darstellen und uns wieder das Gefühl vermitteln, selbstständig etwas im Leben bewirken zu können - dafür lohnt es sich, die eigenen Hobbys zu pflegen.

Autorin: cand.-psych. Johanna Gau 4/2017

Literatur

Csíkszentmihályi, M. (1995). Flow. Das Geheimnis des Glücks. 4. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart.

Rotter, J. B. (1966). Generalized expectancies for internal versus external control of reinforcement. Psychological Monographs, 80.

Seligman, M. E. P. (2002). Der Glücks-Faktor. Warum Optimisten länger leben. Lübbe.

 

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Letzte Änderung: 24.04.2017