Impotenz

Der Begriff bezeichnet sowohl die Unfähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr als auch Zeugungsunfähigkeit im Sinne von Unfruchtbarkeit.

Als Unfähigkeit des Mannes zum Geschlechtverkehr (auch erektile Dysfunktion) bezeichnet man das Unvermögen, eine ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Die Unfähigkeit eine ausreichende Erektion zu bekommen, kann schon zu Beginn eines sexuellen Kontaktes bestehen oder eine anfänglich ausreichende Erektion kann nachlassen, bevor es zur Penetration kommt. Manche Männer berichten, dass nach der Penetration während der Aufnahme koitaler Stossbewegungen eine bis dahin ausreichende Erektion deutlich abnimmt.

Bei der Diagnose werden verschiedene Subtypen unterschieden:

Lebenslanger Typus: Die Funktionsstörung ist mit Beginn der sexuellen Funktionsfähigkeit aufgetreten.
Erworbener Typus: Die Funktionsstörung hat sich nach einer Zeit normaler Funktionsfähigkeit entwickelt.
Generalisierter Typus: Die Funktionsstörung ist nicht begrenzt auf bestimmte Situationen, Partner oder Arten der Stimulation.
Situativer Typus: Die Funktionsstörung tritt nur in bestimmten Situationen, bei bestimmten Partnern oder bestimmten Arten der Stimulation auf. Situativ auftretende Funktionsstörung können auf eine Unzufriedenheit mit der Qualität der Beziehung zu dem Partner/in hinweisen.

Die erektile Dysfunktion sowie verminderte Lust an Sexualität im allgemeinen treten häufig im Rahmen von depressiven Erkrankung auf. Neben psychischen Störungen und Partnerkonflikten kann die erektile Dysfunktion auch im Rahmen einer körperlichen Grunderkrankung entstehen: z.B. Diabetes, multiple Sklerose, periphere Neuropathie, Gefäßerkrankungen etc.

Von Substanzinduzierten Funktionsstörung spricht man, wenn die Funktionsstörung auf die Wirkung einer Substanz zurückgeführt wird. Neben Rauschdrogen können dies Medikamente sein, die aufgrund anderer Erkrankungen eingenommen werden: z.B. Medikamente gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Neuroleptika.

Therapie nach Ausschluss medizinischer Krankheitsfaktoren und substanzinduzierter Funktionsstörungen:

Die Erektionsschwierigkeiten sind häufig, insbesondere als länger andauernde Belastung, verbunden mit sexueller Angst, Versagensangst und Sorgen hinsichtlich der eigenen Selbstbewertung. Verhaltenstherapeutische Techniken sind üblicherweise eingebettet in einer allgemeineren Paartherapie. Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion im engeren Sinn werden hauptsächlich übende Verfahren eingesetzt: Masturbationstraining (incl. Konfrontation mit angstauslösenden Vorstellungen), Vorstellungsübungen, Disputation irrationaler Annahmen, Selbstinstruktionstraining und abgestufte Übungen unter Einbeziehung der Partnerin/ des Partners. Die individuelle Therapieplanung und Schwerpunktsetzung orientiert sich am jeweiligen Ausgangsproblem.

Autor: Dipl.-Psych. Mathias Eifler
Approbation als Psychologischer Psychotherapeut

Quelle:DSM-IV 

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Letzte Änderung: 10.02.2011