Kinder im Vorschulalter

Die geistige Welt des Vorschulkindes

Kinder geben uns in diesem Alter mit ihrem Denken und Fühlen oft Rätsel auf.

Wir können uns an diesen Lebensabschnitt kaum erinnern und so kommt es im Zusammenleben mit ihnen immer wieder zu Situationen, in denen es uns schwer fällt uns in das Kind einzufühlen und so intuitiv die angemessene Umgangsweise mit den kritischen Augenblicken zu finden.

Ich möchte Sie einladen mit mir quasi auf eine kleine "Zeitreise"  zu gehen, um die Kinder in diesem Alter besser verstehen zu können.

Ich möchte dazu verlocken, bewusst das Gespräch mit den Kindern zu suchen, sie nach ihren Vorstellungen und Erlebnissen zu befragen und sie mit ihren Äußerungen ernst nehmen. Wir wollen ja auch nicht von unserem Gegenüber freundlich belächelt werden, wenn wir unsere Standpunkte erklären.

Hinzu kommt, dass die Geschichten und Erklärungen der Kinder von ihrem Standpunkt aus betrachtet, sinnvoll sind. Ihre Meinungen setzen sich aus den Erfahrungen mit ihrer Außenwelt, der Innenwelt, ihren Wünschen, ihren Bedürfnissen und magischen Vorstellungen zusammen. Uns Erwachsenen erscheinen sie nur seltsam, lustig oder ähnliches, weil wir im Laufe der Jahre einen anderen Erfahrungshintergrund erworben haben, unser Denken abstrakter geworden ist und das magische Denken einen Großteil seiner Bedeutung verloren hat.

Im Leben eines Menschen zwischen drei und sechs Jahren finden so vielfältige Entwicklungen statt, so dass ich hier nur einige Aspekte beleuchten kann.

Ich beginne mit einigen Bemerkungen zum Entwicklungsgeschehen im Allgemeinen. Danach beschreibe ich, wie sich beim Kind "Der Mittelpunkt des Universums verschiebt" - d.h., wie sich langsam die Vernunft entwickelt, die bewegende Frage: "Wer bin ich?" - "Woher bin ich gekommen?" bearbeitet wird, das Phänomen des "Ödipuskomplexes" und das “Erwachen des Gewissens".

Bemerkungen zum Entwicklungsgeschehen im Allgemeinen:

Nach Schenk Danzinger (1973) erscheint Entwicklung als eine Reihe von untereinander zusammenhängenden Veränderungen, wobei innere und äußere Faktoren zusammenwirken. Wir wissen aber nicht, welche dieser Faktoren tatsächlich die Veränderungen bewirken, die wir als "Entwicklung" beobachten.

Einige Merkmale des Entwicklungsgeschehens:

  • Im Laufe der Entwicklung vollzieht sich in allen Bereichen eine Differenzierung, d.h. vom Kind werden immer mehr Details bewusst wahrgenommen, wie wir es z. B. deutlich an den Kinderzeichnungen des menschlichen Körpers erkennen können vom Kopffüßler zur Zeichnung aller Gliedmaßen.
  • Das Kind erwirbt zunehmend die Fähigkeit vorher isoliert Erlebtes im Zusammenhang zu sehen. Hat es mit drei Jahren noch Schwierigkeiten Handlungen als solche zu erfassen gelingt es ihm mit 6/7 Jahren Bildergeschichten in die richtige Reihenfolge zu bringen.
  • Die Handlungen des Kindes verlieren im Laufe seiner Entwicklung zunehmend den Charakter des Reagierens auf die Bezugspersonen und werden von Überlegungen, Plänen und Wertmaßstäben gesteuert.
  • Wie alle Menschen erfasst auch das Kind immer nur einen Teil des Reizangebotes seiner Umwelt. Die "Auslese" ist einerseits durch die Struktur und Reife der geistigen Funktionen, andererseits durch Interessen bestimmt und diese sind sehr von seinen Lebensbedingungen abhängig.
  • Die geistige Entwicklung und soziales Verhalten vollzieht sich in einer bestimmten Abfolge von einzelnen Entwicklungsschritten z.B. vom Kopfheben zum Krabbeln und später dem Gehen, vom Einwortsatz zum Mehrwortsatz, vom Parallelspiel zum gemeinsamen Spiel usw. aber in einem individuellen Tempo!


ANNA FREUD beschreibt es in "Wege und Irrwege der kindlichen Entwicklung" (1971) so "...dass das Entwicklungsalter eines Kindes nicht dasselbe ist wie sein chronologisches Alter ... dass die Unterschiede von Kind zu Kind im Tempo der Gefühlsentwicklung und sozialen Anpassung nicht geringer sind als auf der Seite des körperlichen Wachstums und der Verstandesentwicklung "(S. 62). Sie geht von Entwicklungslinien aus, z.B. "von der kindlichen Abhängigkeit zum erwachsenen Liebesleben" oder "von der Reinlichkeitserziehung zur Reinlichkeit".

"Der Mittelpunkt des Universums verschiebt sich"

Die Beispiele stammen vor allem aus dem Buch "Die magischen Jahre in der Persönlichkeitsentwicklung des Vorschulkindes“ von SELMA FRAIBERG.

Auf dem Weg zur Vernunft:

z.B. Robert: (S. 134 ff): Mit drei Jahren brachte Robert einen Kindergarten mit seiner Erklärung in Aufruhr, er wäre Gott und könnte Susi und Peter und Margaret und jeden sonst noch dazu bringen, zu tun, was er wolle. Er war in einer schrecklichen Laune, und seine Spielkameraden betrachteten diesen zornigen Propheten mit Angst und Besorgnis. Natürlich glaubte ihm niemand, aber kein Kind wehrte sich dagegen. Es schlummerte noch genug magischer Glaube an die Allmacht in der Seele des Dreijährigen, so dass der Anspruch auf die ungewöhnliche Macht nicht völlig unglaubhaft ist. Was hat ihn so aufgebracht? Niemand weiß es. Wahrscheinlich hat ihn jemand nicht auf die Schaukel gelassen.  Hinter diesem Ausbruch verbarg sich ein Tagtraum, der Wunsch, allmächtig zu sein, andere dazu zu zwingen, ihm den Willen zu tun und eine Welt nach seinem Wunsch zu haben.
Er hatte in diesem Alter auch eine kleine Liste von bösen unrettbar verlorenen Sündern (die meisten von ihnen hatten noch nicht ihren fünften Geburtstag erreicht): z.B. Michael: er hat meine Pistole gestohlen. Barbara: sie schmeißt mit Sand in der Sandkiste. Anja: Sie spuckt und meckert.
Die Strafen, die er sich ausdachte, hielt er für völlig gerecht und den Verbrechen angemessen: Michael gehört auf den elektrischen Stuhl, wenn er die Pistole nicht zurückgibt, Barbara bekommt Bakterien in den Hals, wird krank und stirbt und Anja wird überfahren und wenn sie nicht stirbt, wird ein Räuber in ihr Haus einbrechen und sie totschlagen.

Mit sechs Jahren hat er den Tagtraum, eine eigene Stadt zu bauen. Böse Menschen werden nur noch rausgeschmissen. In seiner Stadt gibt es Strafen für die Übertretung der Gesetze, aber die Strafen sind gerecht.

Wie kommt es zu diesen Veränderungen?
Nur jemand der glaubt, er sei der Mittelpunkt des Weltalls, der glaubt seine Wünsche und Sehnsüchte könnten magisch realisiert werden, wird die Phantasie entfalten, Gott zu sein. Diese Phantasie entspricht seinem geistigen Niveau von drei Jahren, wobei die meisten Dreijährigen gewöhnlich schon begonnen haben, sich von dieser egozentrischen Verhaltensweise zu lösen. Aber in den drei Jahren hat der "Zivilisationsprozess" Robert aus dem Mittelpunkt des Universums auf einen bescheideneren Platz in der menschlichen Gesellschaft gerückt. Robert hat "soziale Gefühle" entwickelt, d.h., ein Bewusstsein seiner selbst im Verhältnis zu anderen und die Anerkennung der Gefühle und Rechte anderer Menschen.

Wie hat er dies erreicht?
Durch die Identifikation mit anderen. Er weiß nun wie andere Menschen sich fühlen, denn er weiß, wie er sich unter ähnlichen Verhältnissen fühlen würde.

Wie hat sich diese Fähigkeit entwickelt?
Der dreijährige Robert konnte sich noch nicht in die Lage anderer "hineinversetzen". Die meisten Dreijährigen stehen erst am Anfang solcher Identifikationsfähigkeit. Ihre Einbildungskraft versetzt sich nicht in die Persönlichkeit ihrer Opfer. Nichts ist wichtig außer den eigenen Gefühlen.

Mit drei und vier Jahren können die Kinder sogar Freude an Grausamkeiten haben.
Bspw.. Anke mit drei Jahren: Eine Raupe kroch vorsichtig auf dem Bürgersteig entlang und Anke, sonst ein sanftes Kind ging mit einem finsteren Lächeln auf ihrem Babygesicht langsam auf sie zu und zerquetschte sie mit dem Schuh. Nachher betrachtet sie die Überreste mit Interesse und unvermindertem Vergnügen.

Mit fünf Jahren sagt sie bei dem Anblick eines zertretenen Wurms oder eines toten Vogels mit Schrecken und Abscheu: "Es macht mich krank etwas Totes zu sehen".
Irgendwie hatte sie ihre Freude am Zerstören verloren. Sie hatte entdeckt, dass der Tod etwas Endgültiges ist und Leben kostbar ist. Sie hatte sich in ihrer Phantasie an die Stelle des Wurms versetzt und litt durch diese Identifikation.

Die Freude am Zerstören ist verdrängt worden und sie hat Einfühlungsfähigkeit entwickeln können. Nach SELMA FRAIBERG ist die "Vermenschlichung" des Kindes ein zweiseitiger Identifikationsprozess. Es erwirbt die Fähigkeit, die Grenzen seines Ich zu überschreiten und sich im Geist in andere hineinzuversetzen und es übernimmt Urteile, Maßstäbe und Bewertungen seiner geliebten Personen und macht sie zu einem Teil der eigenen Persönlichkeit.

Nochmals zurück zu Robert: Mit sechs Jahren verlangt er für alles Beweise. Er glaubt nicht an Hexen und Geister "Weil ich nie welche gesehen hab". Er erklärt:" Vor langer, langer Zeit, als ich klein war glaubte ich daran, aber wahrscheinlich weil ich Geschichten davon gelesen hatte oder vielleicht weil ich davon träumte".
Mit vier Jahren beunruhigte er sich über seine "schlechten" Gedanken. Er dachte bspw. daran Menschen zu töten, ein Räuber zu sein, Feuer zu legen. Manchmal wurden seine Gedanken für ihn so wirklich, dass er Angst hatte, er könnte tatsächlich etwas Schreckliches tun. Die aggressiven Wünsche wurden dann durch Ängste ersetzt, in denen ihn entsetzliche Strafen erwarteten. Mit fünf Jahren erklärt er:" Wenn man nur daran denkt, so zu tun, dann kann man niemanden verletzen. Aber wenn man es tut, dann kann man wirklich jemanden verletzen." Er hat also gelernt, dass Gedanken und Taten nicht dasselbe sind; seine Gedanken nicht magisch wirken können. Ein wichtiger Schritt um mit eigenen Aggressionen besser umgehen zu können und welch ein Drama, wenn in der Umgebung von Kindern, die diese Erkenntnis noch nicht für sich gefunden haben "verwünschten" Personen ein Unglück geschieht und sich das Kind in seiner Phantasie als Urheber sieht.

Beim sechsjährigen Kind hat die Magie im Großen und Ganzen abgedankt. Beweise werden jetzt angefordert. Sobald es sich aber Tatsachen gegenüber sieht, die nicht bewiesen werden können, greift es auf das magische Denken zurück. Wenn sein Denken von starken Gefühlen beherrscht wird, kann es sein, dass die objektiven Gegebenheiten verzerrt werden. Die Magie kann zwar niemals völlig vertrieben werden, sie untersteht aber meistens den kräftigeren Kräften der Vernunft. Hier stehen sich das magische und das logisch rationale Ich gegenüber.

Ein Bereich, indem sich dieses "Nebeneinander" deutlich zeigt, ist der Umgang mit den Fragen "Wer bin ich?" Woher bin ich gekommen?" "Woher kommen die Kinder?"

Das Kind macht die ersten Entdeckungen seines "Ich" durch seinen Körper. Die Empfindungen beim Berühren seines Körpers, beim Schmecken seiner Finger, beim Sehen der eigenen Hände - all diese Empfindungen wurden allmählich zu einem Bild des "Selbst" zusammengefasst. Mit zwei drei Jahren bildet sich langsam der Begriff des Ich und das Kind nimmt auch sprachlich eine Unterscheidung zwischen Selbst und Nicht-Selbst vor. Der Begriff des "Ich" wird durch das Wissen um den Geschlechtsunterschied "Ich bin ein Mädchen" "Ich bin ein Junge" verstärkt und verdichtet sich durch das Wissen "Ich bin ein Mädchen und gleiche der Mutter" "Ich bin ein Jungen und gleiche dem Vater".

Wie ein Kind sich fühlt, wie es sich schätzt und einschätzt, ist eng mit seinem Körpergefühl verbunden.

Irgendwann im Alter von drei oder vier Jahren, wenn das Kind weiß, "wer" es ist, möchte es wissen wie die Dinge gemacht sind. Das faszinierendste Problem ist nun, wie das Kind selbst entsteht und woher es kam.

Sabine(5 J.)bspw. im Gespräch mit ihrer Mutter: "Wo war ich bevor ich geboren wurde?"
Mutter: "Weißt du es nicht mehr? Ich hab es Dir erzählt?"
Sabine unwirsch: "Das meine ich doch gar nicht. Ich meine, bevor ich in Dir wuchs!"
Mutter: "Da warst du ein winziges Ei"
Sabine: "Ich meine nicht das. Ich meine bevor ich ein winziges Ei war!"
Mutter: "Du warst - sieh mal, du warst nichts."
Sabine: "Nichts! Wie kann ich denn nichts sein!"
Das Kind glaubt uns nicht ganz.

Kindertheorien der Fortpflanzung:
Klaus (6 J.), glaubt, dass der Arzt beim Vater eine kleine Operation durchführt, um den Samen herauszubekommen, und pflanzt ihn dann, "an die richtige Stelle" in der Mutter ein.
F: "Wo ist das?" Er: "Das ist die Frage" sagt er und verabschiedet sich würdevoll.

Anke: "Zuerst holt der Doktor den Samen aus dem Vater heraus."
F: "Wie tut er das?"
A: "Woher soll ich das wissen? Dann macht er daraus eine Art Pille, und die Mutter schluckt sie"
F: "Wie haben die Katzen ihre Jungen bekommen?"
A: "Die paaren sich einfach, das weiß man doch!"
F: "Und sie brauchen keinen Arzt?"
A: "Nein, natürlich nicht. Katzen und Hunde gehen nicht zum Doktor. Sie paaren sich. Aber Menschen können das nicht tun!"

Selbst wenn einem Kind der ganze Vorgang genau erklärt wurde und es ihn sich gedanklich klargemacht hat, ist es für das Kind schwer zu glauben, dass seine Eltern es auch tun.

Wie kann man sich dies erklären?
Es fällt den Kindern sehr schwer zu begreifen, dass die Eltern ein sexuelles Leben haben können, außer zu dem Zweck, ein Baby zu bekommen. Der Gedanke, dass dieser Akt aus Liebe und Lust vollzogen wird, ist dem Kind fremd. Es kann den Liebesakt als aggressives oder schmerzhaftes Tun ansehen, denn es besitzt nichts in seiner eigenen Erfahrung oder Phantasie, um diese Vorstellung zu korrigieren. Das einfachste Beispiel für das Eindringen in einen menschlichen Körper, das das Kind aus seiner Erfahrung kennt, ist für das Kind das Erlebnis einer Spritze beim Arzt. So kann es den "Akt" nicht als Liebeswerben begreifen und sieht ihn nur als Mittel zum Zweck, ein Baby zu bekommen.

SELMA FRAIBERG schreibt: "Wenn man gerade von der Magie abgekommen ist, gelernt hat, nichts ohne Beweis zu glauben, wenn man Hexen anzweifelt, über Elfen spottet, weil man niemals eine gesehen hat, dann überfordert der Prozess der Zeugung, wie die Erwachsenen ihn dem Kind beschrieben haben, seinen neu gefundenen Sinn für Wirklichkeit aufs äußerste. ... Deshalb dürfen wir nicht überrascht sein, wenn das Kind, das nach Angabe seiner Eltern >alles weiß<, sehr wenig davon versteht." (S.145)

Der Ödipus-Komplex

Darunter versteht man den Tagtraum des Mädchens oder Jungen, den Vater bzw. die Mutter zu heiraten und mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil um die Liebe des "Liebesobjektes" gerungen wird.
Er ist ein Tagtraum ohne jede Möglichkeit der Erfüllung. Er ist ein Tagtraum der Liebe, der für alle Kinder in Enttäuschung und Verzicht enden muss. Dieses Ende liegt im Aufgeben der widersprüchlichen, der unmöglichen Wünsche und normalerweise auch in der Lösung der Konflikte. Das Kind lernt zu akzeptieren, dass die Eltern eine eigene Beziehung haben.
Dies ist schmerzhaft, aber notwendig. Werden diese klaren Grenzen nicht eingehalten, z.B. bei sexuellem Missbrauch oder wird das Kind "nur" als emotionaler Partnerersatz benutzt, kommt es, wie wir wissen, zu ganz massiven Schädigungen des Kindes.

Oft zeigen sich diese ödipalen Konflikte nicht in klaren Heiratsanträgen an den gegengeschlechtlichen Elternteil, sondern in übermäßigen Schuldgefühlen, in Theater vor dem Schlafengehen, in schlechten Träumen.

Irgendwann, zwischen dem fünften und siebten Jahr verblasst in der Regel dieser widersprüchliche Tagtraum.

Das Erwachen des Gewissens

Das Zweijährige hat noch kein Gewissen im eigentlichen Sinn des Wortes. Es besitzt noch kein "eingebautes" Kontrollsystem. Die Kontrolle seines Verhaltens hängt noch weitgehend von den Eltern ab. Aber irgendwann, im Alter von vier oder fünf Jahren, sehen wir in der Persönlichkeit des Kindes Anzeichen einer inneren Leitung.
Die Eltern haben in der Form des Gewissens einen Stellvertreter, der für sie arbeitet. Am Anfang kann "er" sich nicht immer durchsetzen. "Er" scheint auch bestechlich oder übereifrig und hart. Manchmal müssen die Eltern eingreifen und den Einfluss ihres Stellvertreters mildern. Der Stellvertreter verdankt seine Macht und Energie nicht mehr nur den Eltern, sondern vor allem den eigenen Impulsen des Kindes.
Das Kind muss im ersten Stadium der Überwindung seiner unannehmbaren Impulse so schwere Gegenmaßnahmen anwenden, seine eigenen Schreckgespenster und Phantasiestrafen erfinden, um seine schlimmen Wünsche zu unterdrücken. Später, wenn es seine "bösen" Impulse unter Kontrolle gebracht hat, braucht es auch diese strengen Gegenmaßnahmen seinen Wünschen gegenüber nicht mehr und erreicht eine größere Harmonie in seiner ganzen Persönlichkeit (SELMA FRAIBERG, S.175 ff).

Autorin: Dipl.-Psych. Christine Zwanzger-Mosebach
Heilpraktiker (Psychotherapie)

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Letzte Änderung: 08.10.2009