Orgasmusprobleme

Weibliche Orgasmusprobleme

"Nicht alle Frauen sind in der Lage einen befriedigenden Orgasmus zu erleben.
Die Ursachen sind meist: Scheidentrockenheit, Störungen des sexuellen Verlangens, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Störungen der sexuellen Erregbarkeit.
Sowohl Scheidentrockenheit als auch Orgasmusprobleme, haben neben den körperlichen Empfindungen eine große psychologische Komponente.

Unangenehme Erlebnisse mit dem eigenen Körper können nachfolgend negative Gedanken oder Bewertungen (Kognitionen) nach sich ziehen.

Unser Gehirn reagiert auf diese so genannten Kognitionen wie auf jede andere Stresssituation, so kann es also zu einer Verstärkung der Scheidentrockenheit und bezogen auf die Sexualität zu größerer Unlust kommen.

Eine leicht zu verstehende Verkettung mit nachhaltigen Folgen.
Ein Teufelskreis beginnt.

Verschiedene Auslöser (z.B. Angst vor der sexualisierten Situation, Dysfunktionale Erwartungshaltung, Organismusvariable: Scheidentrockenheit u.a.) führen zu:

  1. der Verzerrung der Wahrnehmung
    die Situation löst unangenehme Empfindung aus.

dies führt zu

  1. Gedanken
    "Nicht schon wieder" - "Ich habe keine Lust" "Das wird sowieso wieder nichts!"

Diese verfestigen sich und führen zu einem bestimmten

  1. Verhalten
    Rückzug / Vermeidung der sexuellen Situation.

Dieses hat wiederum

  1. Konsequenzen
    Zunächst Erleichterung dadurch Verstärkung der dysfunktionalen Gedanken, des dysfunktionalen Verhaltens!

Häufig entsteht dadurch eine

  1. Kognitive Verzerrung
    "Sex macht keinen Spaß"

Diese erworbene negative Grundhaltung verstärkt mögliche Auslöser, das heißt z.B. dass die Wahrscheinlichkeit z.B. für Scheidentrockenheit ansteigt.

Vielen Betroffenen ist dieser Teufelskreis nicht bewusst.
Prinzipiell ist es möglich einen solchen Teufelskreis an jeder Stelle zu unterbrechen um dann positivere Erfahrungen zu machen. Bei der Sexualität ist dies nicht ganz so einfach. Sich der angstauslösenden Situation zu stellen, hätte in diesem Fall eine ganz andere Bedeutung als in anderen angstbesetzten Situationen.

Neue gute Erlebnisse können Frauen allerdings machen, wenn sie an den Gedanken ansetzen, an der Wahrnehmung der Situation und hier vielleicht sogar mit professioneller Unterstützung neue Perspektiven einnehmen.

Auf körperlicher Ebene unterstützen Lubrikationsmittel (Mittel gegen Scheidentrockenheit) das körperliche Wohlbefinden und ermöglichen positive Erfahrungen. Dies gilt auch für orgasmusfördernde Mittel, die zudem indirekt die Selbstsicherheit erhöhen können, weil sie die Orgasmusfähigkeit steigern."

Das ganze Interview mit Dipl.-Psych. Kaiser-Kehl finden Sie hier.

 

Haben Sie Fragen oder möchten eine Beratung zum Thema "Orgasmusprobleme"? Qualifizierte Diplom-Psychologen helfen Ihnen gerne weiter!
Letzte Änderung: 02.05.2011