Persönlichkeit und Charakter

Jeder Mensch hat bestimmte Charaktermerkmale, die ihn auszeichnen und einzigartig machen. So können sich Personen etwa darin unterscheiden, ob sie eher gesellig sind und auf andere zugehen oder ob sie lieber für sich allein sind bzw ob sie überlegt handeln, nachdenklich sind oder ganz im Gegenteil dazu, spontan und impulsiv reagieren. Es gibt zahlreiche Merkmale, die hier eine Rolle spielen können und dabei wird nicht nur das Vorhandensein einer Eigenschaft, sondern deren Ausprägung betrachtet.

D.h. jemand ist nicht entweder gesellig oder introvertiert bzw.
entweder nachdenklich oder impulsiv, sondern diese Merkmale werden als Dimension betrachtet – gewissermaßen als Messlatte und jeder kann hier bezüglich der einzelnen Merkmale eingeordnet werden. Somit gibt es Personen, die kaum gesellig sind (also lieber allein bleiben), die mittelmäßig gesellig sind (je nach Situation auf andere zugehen) oder die eine sehr hohe Ausprägung des Merkmals Geselligkeit besitzen (fast immer Kontakt zu andern suchen).

In der Psychologie kommen somit vermehrt Persönlichkeitsfragebögen zum Einsatz, bei denen die untersuchten Personen nicht einem bestimmten Charaktertyp zugeordnet werden, sondern bei denen gewissermaßen der Ausprägungsgrad einer oder mehrerer Eigenschaften gemessen wird. Hier beantworten Personen verschiedene Fragen, die sich auf bestimmte Siituationen beziehen (z.B. ob jemand gern mit anderen redet, ihm das Sprechen vor Gruppen leicht fällt, er viele Freunde hat usw.). Je nachdem, wie diese einzelnen situationsabhängigen Fragen beantwortet werden, können dann Aussagen darüber getroffen werden, ob eine Person in dem erfassten Merkmal allgemein eher eine höhere oder geringere
Ausprägung aufweist.

Letztlich resultieren dadurch komplexe Persönlichkeitsprofile, denn ei jedem Merkmal kann eine Person ganz individuell bezüglich der Ausprägung dieser Eigenschaft eingeschätzt werden. Dabei werden aus der Vielzahl möglicher Persönlichkeitsmerkmale bestimmte herausgegriffen. Die Forscher Paul Costa und Robert McCrae haben beispielsweise das Fünf-Faktoren-Modell etabliert, nach dem die Merkmale Neurotizismus (emotionale Instabilität, leicht "aus der Ruhe" zu bringen), Extraversion (Geselligkeit), Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit als besonders grundlegend
betrachtet werden.

Autorin: Dipl.-Psych. Andrea Augustin
Gesprächstherapie / Hypnotherapie / Entspannungstrainerin / Gesundheitspsychologie

 

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Letzte Änderung: 10.10.2013