Persönlichkeitsstörungen

Verschiedene Charaktermerkmale machen die Persönlichkeit eines
Menschen aus, wie etwa Geselligkeit, Freundlichkeit, Impulsivität oder
Neugier. Dabei kann jede Person ganz unterschiedliche Ausprägungen
dieser Eigenschaften besitzen (z.B. mehr oder weniger neugierig sein).
Mit diesen Eigenheiten sind Verhaltenstendenzen verbunden, also die
Tendenz, häufig auf eine bestimmte Weise zu handeln (z.B. Neues
entdecken zu wollen, auf anderer zuzugehen).

Ähnlich können auch Persönlichkeitsstörungen als Charaktereigenheiten betrachtet werden.

Was diese aber zu einer "Störung" macht, ist die Tatsache, dass dabei gewisse Eigenschaften sehr extrem ausgeprägt sind und daher häufig zu zwischenmenschlichen, finanziellen oder persönlichen Problemen führen. Ein Beispiel ist das Merkmal Gewissenhaftigkeit. Personen, die hier eine hohe Ausprägung besitzen, sind sehr auf Ordnung bedacht, machen sich feste Pläne, die sie abarbeiten oder nehmen die Erledigung von Aufgaben sehr genau. Bis zu einem gewissen Grad ist dies durchaus ein Merkmal, das als positiv zu bewerten ist. Ab einem gewissen Ausprägungsgrad überwiegen aber die Nachteile. Das ist dann der Fall, wenn die Beschäftigung mit
bestimmten Regeln oder Plänen den Alltag beherrscht, wenn jemand gar icht mehr spontan handeln kann und sich nicht auf Veränderungen oder ndere Vorgehensweisen einlassen kann. In diesem Fall würde man von iner Persönlichkeitsstörung sprechen.

Im Gegensatz zu andern psychischen Störungen (z.B. Depression,
Phobien) beginnen Persönlichkeitsstörungen schon im Jugendalter.
Häufig gibt es eine genetische Komponente (z.B. die genetisch bedingte Tendenz, bei Belastungen mit einem höheren Anstieg der Herzfrequenz zu reagieren) und eine soziale Komponente. Letztere kann viel mit dem Erziehungsverhalten der Eltern zu tun haben. Wenn diese etwa wenig auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen sind, können sich bei einem Kind Verhaltensweisen entwickeln, die auf eine starke Betonung eigener Ideen und Vorstellungen bzw. Interessen basieren, eben weil der Betroffene sich keine Hilfe von anderen erwartet.

Bekannte Persönlichkeitsstörungen sind etwa der paranoide Stil
(starkes Misstrauen gegenüber anderen, streitsuchendes Verhalten), die dissoziale Störung (Missachten von Gesetzen und gesellschaftlichen Regeln), die schizoide Persönlichkeit ("Einzelgänger", starker Rückzug von anderen), die Borderline-Persönlichkeit (starke
Gefühlsschwankungen, Launenhaftigkeit), die zwanghafte Störung, der
histrionische Stil (übertriebener Wunsch nach Anerkennung und
Aufmerksamkeit), der schizotypische Stil (exzentrisch, Hang zu
wahnhaften Ideen) und die narzisstische Störung (Selbstzweifel und
Suche nach Bestätigung von außen durch eine unangemessene Betonung eigener Stärken).

Autorin: Dipl.-Psych. Andrea Augustin
Gesprächstherapie / Hypnotherapie / Entspannungstrainerin / Gesundheitspsychologie

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Letzte Änderung: 29.11.2013